Elektroflug – eine kurze Einordnung

Elektro Paramotor/Paratrike in der Schweiz
Seit vielen Jahren gibt es Paramotoren und Paratrikes mit Benzinantrieb. Diese bewährten und ausgereiften Fluggeräte habe ihren festen Platz in der Flugwelt und werden ihn zukünftig auch nicht komplett verlieren.
Da wir seit 2008 Elektroantriebe mit Deutscher Musterprüfung bauen und zu hundert Prozent hinter dieser dritten Art des Gleitschirmfliegens stehen, möchten wir hier diese einzigartige Version des Gleitschirm- und Deltaflugs vorstellen.
Weitere Infos zu den Geräten findet ihr auch unter www.skyjam-aircraft.com. Wir bieten ausserdem seit 2005 die Schulung auf Motorschirmsystemen und seit 2015 die Schulung auf Elektroschirmen an.

Die Hauptvorteile der E-Antriebe sind die sehr geringen Lärmemissionen und die gute Umweltverträglichkeit, die kaum vorhandenen laufenden Kosten und die fast absolute Wartungsfreiheit. Elektro-Motorschirme haben ungefähr die gleiche Schubleistung, bieten aber im Vergleich zu Benzinsystemen eine etwas kürzere Flugzeit im Verhältnis zum Gewicht. Trotzdem ist es heute schon problemlos möglich normale Flüge mit Elektroantrieb zu machen. Das heisst, in Verbindung mit einem leistungsstarken Schirm und mit etwas Übung lässt sich die Batterielaufzeit grundsätzlich – auch ohne Thermik – etwa verdoppeln. Wenn man thermische oder andere Aufwinde nutzt und den Motorantrieb nur als leises Hilfsmittel einsetzt, sind sehr lange und stille Flüge möglich.
Ein Elektro-Paramotor wiegt ca. ab 10kg ohne Akku. Das Gewicht ist bei allen vorhandenen Systemen etwa gleich. Grundsätzlich lässt sich das Gesamtgewicht durch eine weniger solide Bauweise etwas verringern, wobei aber ein stabiles Rahmensystem auch weniger erfahrenen Piloten dieses geniale Flugvergnügen erlaubt. Auch mit einem Elektromotor sind weniger sanfte Landungen möglich – unverkennbar der Vorteile einer soliden Grundkonstruktion.
Im Internet werden zwei Ansätze für den Elektroflug diskutiert; als reine Aufstiegshilfe für Flachlandpiloten und als ein reguläres Fluggerät, wie es beim benzinbetriebenen Paramotor/Trike der Fall ist. Beide Ansätze lassen sich nicht strikt trennen. Hier liegt es beim Wunsch des jeweiligen Piloten, ob man die vorhandene Energie für einen motorisierten Flug von A nach B nutzt oder explizit Höhe macht, um nach thermischen- oder dynamischen Aufwinden zu suchen. Die Realität wird stets eine Mischung von beiden sein. Hier liegt auch der Ansatz vom Trike. Der Hauptvorteil ist der bequeme und nicht anstrengende Start. Man muss nicht einen Rückenmotor mit den eigenen Füssen in die Luft bewegen. Einmal in der Luft erlauben moderne Gurtzeuge und Gleitschirme ein sehr bergflugähnliches Fliegen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Elektro-Paramotor/Trike eine sinnvolle Option für Leute ist, die einen entspannten Feierabendflug vor ihrer Haustüre machen möchten aber auch für jene, die bewusst so weit und hoch wie möglich fliegen wollen.

Der etwas höhere Anschaffungspreis im Vergleich zum Verbrenner wird durch die sehr geringen Folgekosten massiv relativiert (eine Flugstunde: ca. <4kWh). Die Motoren sind absolut wartungsfrei und die modernen Akkus erlauben ca. >1000 Ladezyklen bei bis einer Leistung von >80%. Mit einem 60AH Akku ist eine Flugzeit deutlich mehr als 900 Stunden möglich. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Flugdauer auch nach über zehn Jahren regelmässigen Fliegens kaum erreicht wird. Unsere Schulgeräte sind über fünfzehn Jahre alt und werde fast wöchentlich sehr beanspruchend genutzt und laufen nach wie vor zuverlässig. Danach lassen sich diese Batterien immer noch gut weiterverkaufen oder als Massenspeicher nutzen.


Wir arbeiten seit 2007 an der Entwicklung dieser Antriebe und haben in der Zwischenzeit ein fundiertes und praxisbezogenes Wissen mit vielen zufriedenen KundenInnen im In- und Ausland uns aneignen können. Hier wurden wir eingeladen, unsere Systeme 2009 Vertretern vom BAZL, dem SHV und Vertretern der Presse vorzuführen und lange vor der Legalisierung in der Schweiz die Machbarkeit und Vereinbarkeit mit Sicherheit und Umwelt aufzuzeigen.